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Wir gedenken in Dankbarkeit und Liebe unsres Mitbruders.
Pater Hubert Großheim wurde am 16. Juli 1937 als Sohn der Eheleute Paul Großheim und Anna Großheim, geborene Limberg, in Affeln/Sauerland geboren.
Seit seiner Erstkommunion war ihm klar: "Ich werde Missionar!" Die Fahrt zur Missionsschule St. Josef in Menden stellte
sich als schwierig heraus. An Ostern 1951 begann Hubert in Knechtsteden; 1955 kam er in die Oberstufe des Heilig-Geist-Gymnasiums nach Menden, wo er mit dem Abitur das Gymnasium abschloss.
Nach dem Noviziat in Heimbach/Eifel begann der junge Ordensmann seine phil.-theol. Studien an der Ordenshochschule Knechtsteden.
Am 19. Mai 1966 legte ihm Weihbischof Wilhelm Cleven von Köln die Hände auf und weihte ihn zum Priester. Im folgenden Jahr zur apostolischen Weihe, am 25. Februar 1967 erhielt P. Großheim seine Erstbestimmung nach Brasilien in das Urwaldgebiet Cruzeiro do Sul am Oberlauf des Amazonas. Der Abschied war schwer und der Anfang nicht leicht.
Wieder musste P. Großheim die Schulbank drücken und die Sprache erlernen: Portugiesisch.
Als kontaktfreudiger Mensch hatte er bald viele Freunde. Mit der Kenntnis der Sprache öffneten sich nicht nur die Herzen der Leute , auch Möglichkeiten, sich um Kranke, um Arme, um Analphabeten, um Indios, um Kinder zu kümmern. Bald war eine Katalog von Aufgaben angewachsen, dem P. Hubert alleine nicht mehr gewachsen war.
Seine brasilianische Heimat wurde für P. Großheim Tarauacá am gleichnamigen Fluss Tarau-Acá gelegen, was Donnerfluss bedeutet. Die Stadt zählt mehr als 30 000 Einwohner.
Mit dem Orden der Spiritaner wurden zahlreiche soziale und kirchliche Zentren aufgebaut: eine Kinder-Krankenstation, ein Altersheim, drei Kirchen mit Pfarrheim, eine große Schule mit der Möglichkeit zum Abitur und eine Werkstatt, in der Jugendliche das Schreinern und Mauern lernen können. Die in der Region zerstreuten Menschen in den Wäldern, zum Beispiel Indios vom Stamme der Caixinauas und die Kinder der Gummischneider besuchte P. Hubert jährlich auf einer fast viermonatigen Reise auf den Flüssen mit seinem sechs Meter langen Boot mit Außenbordmo-
tor. Das ging bis an die Grenze nach Peru. Lebenswichtige Medikamente gegen Malaria und Antibiotika für die Bewohner der Flussregion hatte er stets an Bord. Sein Gebiet beschrieb er schalkhaft mit einem anschaulichen Vergleich: "Der Tarauacá ist die Sauerlandlinie und der Nebenfluss Muru die A 1".
Missionaren wird häufig unterstellt, sie würden die Religion der Eingeborenen zerstören. Dazu sagte P. Hubert: "Ich habe keinem etwas von seiner Religion weggenommen. Die Indios z.B. streichen ihre Babys schwarz an, damit die bösen Geister sie nicht sehen. Ich knüpfe bei
der Taufe daran an und sage: "Ich wasche euch mit dem heiligen Wasser rein, um euch auf das Leben mit Gott vorzubereiten."
In den 38 Jahren seiner Tätigkeit ist eine junge, lebendige Kirche gewachsen; mit dem Fortschritt in der Entwicklung immer auch die Gemeinden. Und das wussten auch seine Pfarrkinder. Ohne die hohen Geldbeträge aus seiner Heimat Affeln und von seinen Wohltätern in
Deutschland, wäre vieles nicht möglich gewesen.
P. Großheim lebte sehr einfach, nicht immer gesund. In den letzten Jahren machte ihm seine Gesundheit zu schaffen. Als er vor wenigen Wochen nach seinem Urlaub Abschied nahm, um wieder in seine Urwald-Heimat zurück zu fliegen, ahnte auch er nichts Gutes. Am Samstag,
dem 2. April 2005 starb P. Hubert Großheim an einer schweren Leukämie. Bereits am folgenden Tag, dem Weißensonntag und "Sonntag der Barmherzigkeit", wurde sein Leib der brasilianischen Erde übergeben. Die Bevölkerung von Tarauacá erwies ihm ihre Hochachtung
und Verehrung durch eine übergroße Anteilnahme am Begräbnis ihres Seelsorgers P. Hubert Großheim.
P. Albert Claus
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