|
Wir gedenken
in Dankbarkeit und Liebe
unsres Mitbruders Wilhelm Busch
P. Wilhelm Busch wurde am 12. November 1934 in Holzheim bei Neuss geboren als der zweite Sohn des Schlossermeisters Hermann Busch und seiner Frau Elisabeth Anna Agnes, geborene Helten. Wilhelm Busch verlebte eine glückliche Kindheit. Im Zweiten Weltkrieg wurde sein Vater nicht zum Militär eingezogen. Doch am 8. April 1943 zerstörte während eines Bombenangriffs auf Holzheim eine Bombe das Haus, in dem die Buschs wohnten, und tötete den Vater; wenige Tage bevor Wilhelm die erste heilige Kommunion empfangen sollte. Nun begann eine harte Zeit.
Von 1946 - 1948 besuchte Wilhelm Busch das Quirinus-Gymnasium in Neuss. Wie schwer das Leben der Familie Busch in diesen Jahren war, verdeutlicht der Empfehlungsbrief, in dem sein Religionslehrer Dr. Schmidt am 19. Januar 1948 um Aufnahme seines Schülers Wilhelm in das Knechtstedener Gymnasium bat: "Die Mutter ist Witwe und ernährt sich und ihre beiden Kinder durch Arbeit bei einem Bauern und von der Unterstützung durch die Wohlfahrtskasse der katholischen Gemeinde in Holzheim." Dr. Schmidt bestätigte in seinem Brief: "Mein bisheriger Schüler möchte gern Missionar werden."
Um dieses Ziel zu erreichen, besuchte Wilhelm Busch von 1948 bis 1955 die Spiritanergymnasien in Knechtsteden und Menden und schloss diese Zeit mit dem Abitur ab. Nach dem Noviziatsjahr in Heimbach in der Eifel, das P. Wilhelm Busch später als "das schönstes Jahr meines Lebens" bezeichnete, legte er am 7. April 1956 seine erste Ordensprofess ab und studierte danach Philosophie und Theologie an der Ordenshochschule in Knechtsteden. Mit der Priesterweihe am 1. Mai 1961 war P. Wilhelm Busch an sein Ziel gekommen. Seine Erstbestimmung erhielt er 1962 für Brasilien.
Vier Jahre wirkte er im Süden Brasiliens, im Staate Santa Catarina, als Seelsorger und Lehrer. Um diese Zeit versuchten deutsche Spiritaner in Brasilien mit Schulen die Grundlage für eine eigene brasilianische Spiritanerprovinz zu legen. Um die Qualität dieser Schulen zu verbessern, wurde auch P. Wilhelm Busch zu einer Fachausbildung an Universitäten geschickt.
Von 1966 - 1968 studierte er an der Universidade Catolica Geschichte und Geographie und von 1968 - 1970 an der Universidade Estadual in Sao Paulo Politikwissenschaft. So erwarb er mit der Note "eins" die Lehrbeauftragung für höhere Schulen. Bis 1972 wirkte P. Busch als Lehrer und Seelsorger in Brasilien. Doch dann kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm noch im gleichen Jahr 1972 eine Lehrbeauftragung für das Heilig-Geist-Gymnasium der Spiritaner in Broichweiden/Würselen.
Wieder in einer Zeit des Neuanfanges und der Umgestaltung. Studiendirektor P. Stephan Schmitz führte die Spiritaner-Schule in Broich zu einem Vollgymnasium und befürwortete auch die Aufnahme von Mädchen. In P. Wilhelm Busch fand er einen ausgezeichneten Mitarbeiter. P. Busch war gerne Lehrer und setzte sich für seine Schülerinnen und Schüler so ein, dass er von der Diözese Aachen am 1. August 1994 zum "Schulseelsorger am Heilig-Geist-Gymnasium in Broichweiden" ernannt wurde.
Aber nicht nur die Schule war das Lebens- und Aufgabenfeld von P. Busch. Als Priester übernahm er auch pastorale Aufgaben; in der Pfarrgemeinde St. Jöris in der Nähe von Broichweiden. Zum Abschied bestätigte ihm die Gemeinde: "Seine Aufgabe sah er nicht nur im kirchlichen Bereich, sondern er stand jedem Einwohner, egal welchen Glaubens, hilfreich zur Seite."
Auch nach der Versetzung in den Ruhestand, 1998, war P. Busch in der Schulseelsorge tätig, hielt regelmäßig Gottesdienste im Missionshaus und in Gemeinden und so mancher Eheschließung ehemaliger Schülerinnen oder Schüler hat er assistiert.
Seit einigen Jahren litt P. Busch an einer schweren Diabetes. Vor zwei Jahren kam ein Krebsleiden hinzu. P. Busch wusste um seine Krankheiten, die er tapfer ertrug. Doch er freute sich auch über jede noch so kleine Möglichkeit, die ihm verblieb; so zum Beispiel über den Urlaub in Belgien im September des Jahres 2009.
Am 14. Januar 2010 erlag er im Marien-Krankenhaus in Aachen den Folgen seiner Krebserkrankung.
Wir, seine Mitbrüder, Verwandten und Freunde halten sein Andenken in Ehren und beten für ihn.
Pater Wilhelm Busch betete jeden Abend:
Hilf Maria, es ist Zeit,
hilf Mutter der Barmherzigkeit,
dein im Leben, dein im Tod,
dein in Unglück, Angst und Not,
dein im Kreuz und bittrem Leid,
dein für Zeit und Ewigkeit.
Amen
|
|
|