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Wir gedenken
in Dankbarkeit und Liebe
unsres Mitbruders
Unser am 27. Mai 2001 verstorbener Mitbruder war ein Sohn des Schwarzwaldes.
Am 29. Mai 1913 war er in Neukirch bei Furtwangen als Sohn der Bauersleute Franz Xaver Böhler und Berta geb. Hättich geboren. In einem Zeugnis schreibt sein Heimatpfarrer: "Die Familienverhältnisse der Eltern sind in bester Ordnung und diese stehen auch in Bezug auf religiös-sittliches Verhalten in der hiesigen Pfarrei in sehr gutem Rufe". Von Wilhelm heißt es: "Sein Talent ist normal und sein Fleiß sehr gut. Zum Studium und zur späteren Ausübung des Missionsberufs besitzt er die nötigen Eigenschaften."
Unser Mitbruder erzählte gern, dass er von einem Prospekt der Steyler Missionare angetan war und mit dem Gedanken spielte, nach Steyl zu gehen. Doch sein Vater hatte von der Eröffnung des Missionskonvikts St. Heinrich in Donaueschingen (1921)gehört und meinte schlicht: "Das tät's doch auch". Und ob es das tat! Wilhelm Böhler ist ein überzeugter Spiritaner geworden.
Von 1926 bis 1934 absolvierte er seine humanistischen Studien in Donaueschingen, Knechtsteden und Menden. Am 12. April 1934 begann er in Heimbach das Noviziat.
In seinem Gesuch an den Generaloberen um Zulassung zur ersten Profess schreibt er, er sei ins Noviziat der Heilig-Geist-Kongregation eingetreten, "um meinen Beruf zum Priester, Ordensmann und Missionar noch gründlicher zu prüfen und dem gesteckten Ziel, zeitlich wie religiös, näher zu kommen". Nach der Erstprofess am 13. April 1935 folgten seine philosophisch-theologischen Studien in Knechtsteden. Als er um die Zulassung zur ewigen Profess bittet, schreibt er am 30. Januar 1938: "Der Beruf ist mir umso lieber geworden, als ich es im eigenen Streben und Versagen persönlich erfahren habe, dass er Gnade ist und deshalb doppelte Verpflichtung."
Am 5. November 1939 empfängt Wilhelm Böhler in Knechtsteden die Priesterweihe. Noch vor Beendigung der theologischen Studien wird der zum Kriegsdienst eingezogen, den er als Sanitäter verrichtet. Erst 1947 kehrt er aus französischer Gefangenschaft zurück.
Seine erste Beauftragung ist 1947 für die Jugendseelsorge in St. Guido, Speyer. Schon 1949 wird er als Internatspräfekt nach St. Heinrich in Donaueschingen und 1954 nach St. Guido in Speyer berufen. Hier bleibt er bis 1960. 1960 bis 1965 ist er Spiritual der Niederbronner Schwestern vom Göttlichen Erlöser. Zahlreiche Novizinnen von damals, zumal indische, verdanken ihm eine überzeugende Einführung in die Spiritualität ihrer Ordensgemeinschaft. 1965 bis 1970 dient er der Kommunität von St. Heinrich als ihr Superior. 1970 bis 1972 treffen wir ihn als Krankenhausseelsorger in Eschweiler bei Aachen. Danach ist er ein vielgefragter Exerzitienleiter, hauptsächlich bei Ordensschwestern und Priestern. Seinen Wohnsitz hat er in dieser Zeit in St. Guido in Speyer. Nach dem Tod von P. Karl Isele im November 1983 erbitten ihn die Schwestern vom Göttlichen Erlöser noch einmal als Spiritual in das Mutterhaus der Pfälzer Provinz nach Esthal. Bis 1989 hat er dieses Amt inne.
Inzwischen 76 Jahre alt wollte er sich bei seinem Schaffensdrang doch noch nicht zur Ruhe setzen. Gröbenzell und Fürstenfeldbruck sind nun die Orte, an denen er sich für die Bayrische Provinz als Altenseelsorger zur Verfügung stellte. Mit erstaunlicher geistiger Frische nimmt er noch Exerzitien, Einkehrtage und Pastoralkonferenzen wahr.
Als jedoch seine körperlichen Kräfte deutlich nachließen, entschloss er sich schweren Herzens, nach Knechtsteden zu gehen und Pflege in Anspruch zu nehmen.
Im Mai 2001 spürte er deutlich, dass der Bruder Tod nicht mehr fern war. Nach nur einem Tag im Hospiz der Neusser Augustinerinnen starb er am Abend des 7. Ostersonntags, in der Pfingstnovene. Es war zwei Tage vor Vollendung seines 88. Lebensjahres. Und es war genau der Tag, an dem die Niederbronner Schwestern 50 Jahre Pfälzer Provinz feierten. In der Festschrift lesen wir eine dankbare Würdigung seiner Person und seiner Tätigkeit.
Auch den Dominikanerinnen in Speyer, sowohl im Kloster St. Magdalena als auch im Institut St. Dominikus war er als Beichtvater und Verkünder des Gotteswortes ein geschätzter Seelsorger, dem die Schwestern tiefe geistliche Impulse verdanken.
Uns deutschen Spiritanern war er ein lieber Mitbruder.
Mag er nun in der österlichen Vollendung schauen, was er - nicht ohne gelegentliche Phasen von Schwermut und Verschlossenheit - geglaubt, gelebt und verkündet hat!
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Exequien und Beerdigung
waren in Knechtsteden
am 31. Mai 2001, 14.00 Uhr.
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