Tränen der Angst - Tränen der Freude

Die Geschichte der Sklavin SIWEMA

Zusammengestellt von
P. Johannes Henschel CSSp, Ignatius Kaganda und Lawrence Kaijage


1. "Weine, mein Herz"

Vor langer, langer Zeit, lange bevor der Vater deines Großvaters geboren wurde, lebte ein kleines Mädchen mit Namen Siwema in einem kleinen, wunderschönen Dorf in den heutigen Livingston-Mountains, nahe am Lake Nyasa. Ihr Vater war in der ganzen Gegend sehr bekannt. Er war der beste Jäger des Dorfes und versorgte Siwemas Familie immer mit genügend Fleisch. Siwemas Familie: das waren ihr Vater, ihre Mutter, ein jüngerer Bruder und eine jüngere Schwester. Fast jeden Tag ging ihr Vater mit den anderen Männern des Dorfes auf die Jagd. Während ihre Mutter auf den Feldern arbeitete, musste Siwema für ihre beiden jüngeren Geschwister sorgen. So lebte sie ein glückliches und sorgenfreies Leben, ohne zu wissen, was Leid bedeutet.

Eines Tages kam ihre Mutter weinend von den Feldern nach Hause. Zwei Männer aus dem Dorf trugen den blutüberströmten Körper von Siwemas Vater und legten ihn nahe bei ihrem Haus nieder. Siwemas Vater war draußen in den Wäldern von einem großen Löwen angefallen und getötet worden. Nun begann das Elend. Es gab kein Singen und keine Freude mehr zu Hause. Zu allem Unglück überkam sie noch eine Heuschrecken-Plage, wobei das ganze Getreide auf den Feldern vernichtet wurde und schon bald tötete der Hunger die Bevölkerung. Siwemas kleiner Bruder starb, ebenso ihre jüngere Schwester. Nur Siwema und ihre Mutter blieben übrig. Eines Tages sagte ihre Mutter: "Siwema, mein Vater erzählte mir etwas über seinen älteren Bruder, der irgendwann das Dorf meines Vaters verließ, um sich irgendwo an der Küste des Lake Tanganyika anzusiedeln. Lass uns gehen und ihn besuchen. Er kann uns vielleicht helfen."

So verließ die kleine Siwema, nun bereits vierzehn Jahre alt, zusammen mit ihrer Mutter ihre Heimat, um die lange Reise zum Dorf des Bruders ihres Großvaters anzutreten. Sie fanden das Dorf, aber alles, was sie erfuhren war, dass der alte Mann schon vor Jahren gestorben war. Ein Farmer aus dem Dorf gab ihnen eine kleine Hütte und am anderen Tag etwas Saatgut, mit dem sie etwas Land bestellen konnten, das er ihnen zuwies. Uhr könnt mir nach der nächsten Ernte Pacht zahlen", forderte er von ihnen. Siwema und ihre Mutter hofften, dass die Zukunft ihnen ein neues Leben geben würde. Die Regenzeit kam, aber es fiel kein Regen. Die Ernte war sehr dürftig in diesem Jahr. Dennoch verlangte der Farmer seine Pacht. "Gib uns Zeit. Vielleicht haben wir nächstes Mal einen besseren Ertrag.", bettelte Siwemas Mutter. Aber der Farmer hörte Siwemas Mutter gar nicht zu.
Im Dorf war eine Sklavenkarawane, geführt von Arabern. Und der Farmer kannte kein Mitleid. Er fing Siwema und verkaufte sie an die Sklavenhändler. Ihre Mutter weinte, Siwerna weinte. Aber es war alles vergebens. Die Sklavenhändler ergriffen Siwema, stellten sie in die Reihe der anderen Sklaven und ketteten sie an das Mädchen vor und den Mann hinter ihr. Ihre Mutter folgte ihr und flehte die Araber an: "Habt Mitleid mit uns. Wenn ihr meine Tochter fortbringt, dann nehmt auch mich. Ich bin stark, Ich kann Elfenbein tragen." Einer der Araber, ein grausam aussehender Mann mit einem weißen Bart, ergriff die Mutter, legte ihr eine Schelle um den Hals und kettete sie neben Siwema. Die Mutter musste ein großes Stück Elfenbein tragen, Die Last auf Siwemas Schultern war etwas geringer. An diesem Tag begann ihr gemeinsamer Weg in die Sklaverei.

2. "Niemals wieder Hoffnung"

Siwema war erfüllt von Angst. Ihre Augen waren weit geöffnet, ihre Kehle verstopft von zähem Speichel, sie konnte nicht gehen. Der grausame Araber schlug sie mit der Peitsche und trieb sie vorwärts. "Geh', geh'!", flüsterte ihre Mutter. "Sonst tötet er dich!" Siwema begann zu laufen - in der Karawane. Die Araber, auf ihren Eseln sitzend, drohten den Sklaven und befahlen ihnen zugleich, sich ruhig zu verhalten. Siwema war verschreckt. Sie marschierte zusammen mit all den anderen den ganzen Tag und die ganze Nacht, immer tiefer in einen Wald voller scharfer Kiesel und dornigem Gebüsch. Erst am nächsten Tag bekamen sie die Erlaubnis, sich etwas auszuruhen und sie bekamen ein wenig zu essen. Ihre Mutter war sehr schwach und ihre Füße waren geschwollen. Die Nacht brach an und Siwema schlief ein. Plötzlich wurde sie von jemandem gestoßen. "Komm" flüsterte ein Mann. "Wir können fliehen!" Siwema schaute auf ihre Mutter, die halbtot am Boden lag. "Ich kann meine Mutter nicht hier zurücklassen", flüsterte sie ihm mit leiser Stimme zu. Im Dunkel der Nacht sah sie einige ihrer Leidensgenossen, wie sie versuchten den Ruheplatz zu verlassen. Alles blieb ruhig: doch dann begann ein Hund in einem nahe gelegenen Dorf zu bellen und andere Hunde fielen mit ein. Jemand begann zu schreien. Auf einmal war überall ein Schreien und Klagen. Im Licht der Fackeln sah Siwema, wie die Araber einige der Fliehenden töteten. Andere wurden wieder gefangen und in Ketten gelegt, aber diesmal mit stärkeren Ketten. Größere Stücke Elfenbein und Rhinozerus-Horn wurde auf ihre Schultern gepackt. Alle von ihnen - auch die geschwächte Mutter - mussten sofort weiter marschieren; die ganze Nacht und den ganzen nächsten Tag.

Siwemas Mutter fiel mehrere Male zu Boden, wurde aber immer wieder von dem grausamen Araber mit dem weißen Bart weitergetrieben. Schließlich brach sie endgültig zusammen. Sie konnte sich nicht mehr bewegen "Töte sie", befahl der Araber einem seiner Männer. Der Mann zögerte. Da zog der Araber sein Schwert und tötete sie selbst. Er schnitt ihr den Kopf ab. Siwema war so geschockt, dass sie nicht einmal weinen konnte. Schmerz durchbohrte sie bis tief in ihr Herz. Sie vergaß nie das Gesicht des Arabers, sein Bart verschmiert mit dem Blut ihrer Mutter. Halb besinnungslos ging sie weiter, jetzt angekettet an das Mädchen vor ihr und an eine Frau hinter ihr. Sie ging mit den anderen weiter, immer das Bild vor Augen, wie der Araber ihre Mutter tötete; der Araber, der vor ihr auf einem Esel ritt. Sie fühlte einen tiefen, tiefen Hass in ihrem Herzen. "Fall' von deinem Esel und stirb", wünschte sie sich. Aber der Araber saß weiter auf seinem Esel, scherzte mit den anderen Arabern und trieb die Sklaven voran. Siwema hasste ihn. Für sie gab es nichts anderes mehr als Hass. Tag für Tag ging vorbei, Woche für Woche. Verschiedene Male versuchten einige ihrer Leidensgenossen vergeblich zu fliehen. Eines Tages kam die Karawane in eine kleine Stadt. Siwema kannte den Namen der Stadt nicht; wir wissen, es war Bagamoyo. Dort waren so viele Menschen auf den Straßen. Die Sklaven wurden in das Gehege der Karawanserei getrieben. Von hier aus würden sie auf die Insel Sansibar verschifft werden. "Das ist das Ende. Hier gibt es niemals wieder Hoffnung", weinte das Mädchen, an das Siwema gekettet war.

3. Auf der Insel

In Bagamoyo blieben die Sklaven ungefähr eine Woche; sie wurden mit besserem Essen versorgt und sollten sich ausruhen, damit sie wieder zu Kräften kommen konnten. Einige von ihnen, die die Sprache der örtlichen Bevölkerung verstanden, erzählten ihren Mitgefangenen, dass sie bald zum Marktplatz auf Sansibar kämen, wo sie dann verkauft werden würden, um an fremden und unbekannten Orten als Sklaven zu arbeiten. Siwema konnte nichts anderes mehr außer weinen. Der grausame Araber kam jeden Tag, um ihren Gesundheitszustand zu überprüfen. "Iss, iss", schrie er. Aber Siwema konnte nichts essen. Sie wurde schwächer und schwächer. Einen Tag später wurde alle auf ein kleines Schiff verfrachtet, unten am Hafen von Bagamoyo. Siwema sah Wasser, aber kein Land am Horizont. Sie wusste, was ein See ist, aber sie hatte niemals zuvor einen so großen See gesehen. Sie wusste nicht, dass dies der Ozean war. Sie fühlte die starken Wellen, die das Schiff stießen. Schon sehr bald mussten sie und die anderen sich übergeben. Gestank erfüllte das Schiff. Die Fahrt dauerte Sunden und Stunden.

Sie wusste nicht, wie sie Sansibar erreichte.
Sie hörte den grausamen Araber befehlen: "Steh' auf!" Aber sie konnte nicht aufstehen. Ein anderer Mann rief? "Diese Sklavin kann ich nicht kaufen. Sie ist nicht fähig zu arbeiten!" Der Araber befahl zwei seiner Männer: "Schnappt euch das Mädchen und bringt sie zum Friedhof. Dort wird sie sterben. Sie ist ja jetzt schon fast tot!" Die beiden packten Siwema, wickelten sie in eine Matte und tragen sie aus der Stadt. Als Siwema ihr Bewusstsein wieder erlangte, wusste sie nicht, wo sie war. Die zwei Träger gingen immer weiter und weiter. Dann luden sie ihre Last ab. Siwema hörte sie graben. Sie wurde, immer noch in die Matte eingewickelt, in ein Loch gelegt und mit Sand bedeckt. Dann verließen die beiden den Ort. Es war alles still; es gab nur noch Ruhe. Siwema war nur ein wenig mit Sand bedeckt. Vielleicht hatten die beiden Träger gehofft, sie würde wieder erwachen und sich dann selbst befreien. Siwema versuchte die Schnüre, die die Matte zusammenhielten zu lösen. Sie konnte es nicht. Plötzlich hörte sie, wie Tiere näher und näher kamen. "Hyänen!", dachte sie. Die Tiere beseitigten den Sand an ihrem rechten Fuß. Siwema fühlte eine kalte Nase an ihrem Fuß. Todesangst ergriff sie und sie verlor erneut das Bewusstsein. Als sie aus ihrer Bewusstlosigkeit erwachte, fand sie sich selbst in einem Raum mit weißen Wänden wieder, auf einem Bett mit weißen Laken, und zwei Frauen in weißen Gewändern standen neben ihr. Selbst ihre Gesichter waren weiß. "Bin ich im Dorf meiner Vorfahren?" fragte sie in ihrer eigenen Sprache. Eine der Frauen antwortete; aber Siwema konnte ihre Sprache nicht verstehen.

Wo war Siwema? Sie war zum Hospital der katholischen Mission auf Sansibar gebracht worden. Was war geschehen? Ein Junge, der Hyänen jagte, sah auf dem Friedhof die sandbedeckte Matte. Er sah, wie die Hyänen an der Matte kratzten. Er schoss eine, die übrigen flüchteten. Und dann fand er Siwema, halbtot in die Matte gewickelt. Er brachte sie zu den Schwestern ins Hospital und diese retteten ihr das Leben. Durch die Pflege der Schwestern erholte sie sich schnell. Schon bald konnte sie das Hospital verlassen. Sie lernte wieder zu hoffen und sich zu freuen. Schnell erkannte sie, dass die Schwestern und Brüder für eine große Anzahl Jungen und Mädchen sorgten; alle waren in ihrem Alter, einige jünger. Sie erfuhr, dass alle von ihnen freigekaufte Sklaven waren, die nun auf dem Gelände der Mission lebten. Eines Tages bat eine Schwester sie um ihre Hilfe. Sie gingen zum Marktplatz, der voller Sklaven war. Bitterkeit schlich sich in ihr Herz. Ungefähr dreißig Männer und Frauen, Jungen und Mädchen standen in einer Reihe. Verkäufer und Käufer liefen herum und begutachteten Einzelne. Die Verkäufer priesen ihre Ware an, die Käufer feilschten. Der Marktplatz war eingehüllt von Lärm, vom Schreien und Weinen der Sklavenkinder. Siwema sah einen kleinen Jungen, ebenfalls in Ketten, ungefähr zehn Jahre alt. "Rette mich", bat der Junge in ihrer Muttersprache. Sie hielt die Schwestern an. "Wo kommst du her?', fragte sie den Jungen und bekam zur Antwort, dass er in ihrem Nachbardorf gefangen und versklavt wurde. Siwema, die nun einige Worte der Sprache der Schwestern verstand, fragte eine Schwester, mit den ihr geläufigen Worten und mit Gesten, ob man den Jungen freikaufen könne. Das war genau der Grund, warum die Schwestern sie mit an diesen Ort genommen hatten: um beim Freikauf der Sklaven zu helfen. Die Schwestern hatten nur begrenzt und zu wenig Geld. An diesem Tag konnten sie nur diesen Jungen und zwei Mädchen freikaufen. Siwema war sehr geschockt darüber, dass sie so viele arme Kinder, Frauen und Männer im elenden Schicksal ihres Sklavendaseins zurücklassen mussten.

Siwemas Leben änderte sich von Grund auf Sie half den Schwestern, wann auch immer ihre Hilfe benötigt wurde. Sie war sehr glücklich. Die Schwestern luden sie ein, am Religionsunterricht teilzunehmen. Die Spiritaner-Brüder, die ihre Sprache kannten, erzählten ihr von Gott, der seinen eigenen Sohn Jesus Christus aussandte um allen Menschen Liebe zu bringen. Alle sollten vergeben, jeder solle jeden lieben, selbst seine Feinde. Siwema war fasziniert. Sie fragte, ob sie auch eine Christin werden könnte. "Ja", wurde ihr gesagt und sie bekam weiteren Unterricht. Sie war sehr glücklich. Ihre Tage waren voller Licht. Eines Nachts hatte sie einen Traum. In ihrem Traum sah sie den grausamen Araber mit dem weißen Bart, der ihre Mutter getötet und sie so schlecht behandelt hatte. Er lag auf dem Boden, voller Blut. Sie ging zu ihm. Und sie tötete ihn. Am nächsten Tag hatte sie wieder Religionsunterricht. Der Bruder lehrte das 'Vater unser'. Er kam zu dem Satz: "Vergib uns unsere Sünden, wie auch wir vergeben unseren Sündigern". "Nein, niemals", schrie Siwema. "Niemals, niemals werde ich vergeben! Mein Leben lang werde ich ihm nicht vergeben" "Ich verstehe dich", antwortete der Bruder. "Tief in meinem Herzen kann ich dich auch verstehen. Aber so voller Hass kannst du nicht getauft werden. Jeder von uns, du und ich auch, muss seine Sünden bekennen. Du musst also auch deinen Hass bekämpfen". Und er sagte: "Bete, und ich werde für dich beten".

Tage später wurde Siwema zu den Schwestern ins Hospital gerufen. Ein britisches Schiff hat ein arabisches Schmugglerschiff mit afrikanischen Sklaven auf dem Weg von Bagamoyo nach Sansibar aufgebracht. Die Araber verteidigten ihre Ladung und viele von ihnen wurden verletzt. Einer davon sehr schwer. Die Schwestern baten Siwema, seine Wunden zu säubern. Siwema betrat den Raum, in welchen die Schwestern ihn auf eine Matte gelegt hatten. Ihr Herz stand still. Sie sah den Araber und erkannte ihn. Es war der grausame Mann mit dem weißen Bart. Er blutete. Sein Kopf war blutüberströmt, und Blut rann aus seiner Nase. Eine Hälfte seiner linken Hand war abgehackt, ein Teil seines linken Beins ebenso.

Jesus Christus, der Araber!" schrie Siwema. Der Hass kam zurück, erfüllte ihr Herz. Aber da war noch mehr, etwas anderes. Sie sah das Kreuz an der Wand. Sie sah Jesus am Kreuz. "Jesus, starbst du an diesem Kreuz auch für diesen Araber?" fragte sie. Plötzlich hörte sie sich selbst beten: "Jesus, bitte vergib mir meinen Hass, und vergib auch diesem Araber". Sie war sich nicht bewusst, dass sie mit lauter Stimme betete. Eine der Schwestern war ebenfalls in dem Raum. "Siwema", sagte sie, "weißt du, dass du das 'Vater unser' sprachst? Weißt du, dass du jetzt bereit für die Taufe bist?" Siwema weinte, aber diesmal waren es Tränen der Freude. Am nächsten Tag wurde Siwema getauft und erhielt den Namen Maria Magdalena.

4. Zurück in Bagamoyo

Das Dorf mit ehemaligen Sklaven in der Katholischen Mission auf Sansibar wuchs und wuchs. Im Jahre 1868 gründete Bruder Anthony Horner eine neue Mission auf dem Festland in Bagamoyo und begann die wichtigsten Einrichtungen der Mission von Sansibar nach Bagamoyo überzusiedeln: die Arbeitsgruppen mit den Jungen und den Heranwachsenden, die dort in verschieden handwerklichen Tätigkeiten unterrichtet werden, die Arbeitsgruppen der Mädchen, die Schule mit ihren Schülern und Lehrern. Eines Tages wurde dann auch das Missionshospital mit seinen Schwestern nach Bagamoyo verlegt.
Zusammen mit diesen unternahm Siwema ebenfalls die Reise über die See. Ein Singen begleitete die Schwestern und Pflegerinnen auf ihrem Weg. Die Wellen brachten das Schiff zum Tanzen; aber Siwema hatte das Gefühl, es war nun ein Tanz des Glücks, der Freude, des Lachens und Scherzens, ein Tanz in eine glänzende Zukunft. Sie erinnerte sich an ihren Vater, ihren Bruder, ihre Schwester und an ihre arme Mutter natürlich. Und sie war sich sicher, sie würde ihr Leben den Kranken im Hospital widmen.

Siwema sah die Küste - für sie ein Bild der Hoffnung, ein hoffnungsvolles Bild ihrer Zukunft, daheim auf dem Festland, daheim in ihrem geliebten Ost-Afrika.

Im Zentralarchiv der Schwestern "Töchter Marias" können wir lesen, dass Siwema ihr Noviziat 1876 begann und ihr Gelübde 1877 ablegte. Sie bekam den neuen Namen Schwester Marie Antoine. Aber ein Jahr später starb sie; vielleicht aufgrund der Leiden, die sie während ihrer Zeit als Sklavin zu ertragen hatte.

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Publikationen


Vorwort

Es gibt sehr viele Versionen über die Geschichte der Sklavin Siwema / Suema und ihr Leben. Der erste, der die Geschichte erzählte, war Fr. Anthony Homer, der Gründer der Katholischen Mission in Bagamoyo, welcher bereits seit 1863 auf Sansibar arbeitete. Msgr. Gaume übersetzte diese Geschichte dann ins Französische: "Suema, la petite esclave Africain".

Gebhardt Schneider veröffentlichte die Geschichte in deutscher Sprache. Eine kritische Analyse sowie einen Kommentar zu der Geschichte schrieb Edward A. Alpers in einem Buch mit dem Titel "Woman and slavery in Africa", herausgegeben von Claire C. Robertson und Martin Klein.

Unser Ziel war nicht, eine wissenschaftlich und historisch stichhaltige Geschichte zu schreiben. Wir entnahmen verschiedene Abschnitte aus der Siwema / Suema Überlieferung, um etwas über die Sklavin Siwema zu erzählen.

Die Herausgeber
 
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