E N T B E R G E N

Die Bilderwelten des Pater Wilhelm Pfeil CSSp

Das LebensRätsel - mein Lebensweg
Autobiografische Notizen

"Der Künstler ist ein Mensch, der aus einem Problem ein Rätsel macht". Damit definiere ich mich in meiner Lebensbeschreibung als einen Künstler, der seinen Lebensweg als ein sich fortsetzendes Problem erlebte und es dann als ein Rätsel entdeckte, das sich zu lösen begonnen hatte. Sollte ich mein Leben mit einer Lebenskurve zeichnen, so wäre es bis zum 38. Lebensjahr eine fallende Linie, die wie eine Parabel im Nullpunkt allmählich wieder zu steigen beginnt, da, wo der Melancholiker zu lächeln anfängt.

1961 gab mir, ich war 38 Jahre alt, der damals für Neuss zuständige Schulrat in einem Gespräch zu verstehen, daß meine Wege bis dahin keine Umwege und lrrwege gewesen seien, sondern der geradeste Weg zum Lehrerberuf, denn ich sei der "geborene Lehrer". Er sollte Recht bekommen, als ich mein Studium an der frisch gegründeten Pädagogischen Hochschule Neuss begann.

Das war ein Glück für mich, denn ich hätte sonst in keiner anderen Stadt studieren können, da meine Mutter krank und pflegebedürftig war, und ich mir vorgenommen hatte, für sie da zu sein.

Ich hatte bis zu meinem Studienbeginn an der Pädagogischen Hochschule vieles zu lernen und zu studieren begonnen. All dies führte mich nicht zu einem Beruf in dem ich mich entfalten konnte. Ich war während des Krieges Soldat bei Nachrichtenabteilungen in Norwegen und Italien. Ich war Maurer und technischer Zeichner. 1948 bis 1954 besuchte ich das Heilig-Geist-Gymnasium in Menden und machte das Abitur. Das war etwas. Man könnte sagen: Späte Reife.

Unvergeßlich und bis heute nachwirkend war die Zeit des Noviziates in -feimbach in der Eifel. Der Psalmvers: "lch will dir singen und spielen", läßt mich an diese Zeit denken und erinnern. Das halbe Jahr Theologiestudium in Knechtsteden ließ mich erneut meine Grenzen erkennen. Irrungen und Wirrungen der Gefühle ließen mich fallen, wie ich es in einem Traum erlebte. wo ich wie in einem Fahrstuhl in die Tiefe fuhr und an den hellerleuchteten Stollen nur noch flüchtig die Mitstudenten sah, die ich wie im Sturz verließ.

Einen neuen Versuch, etwas zu werden und etwas zu sein, machte ich mit dem Architekturstudium an der Werkkunstschule in Krefeld. Die Begegnung mit der Kunst, kreatives Denken und Arbeiten weckten meine Begabungen, die ich nun zeigen konnte und womit ich Anerkennung fand. Und doch war der Architekturberuf nicht mein Beruf geworden. Ich war zuwenig kantig und drahtig. Da war es schon erlösend, als der Schulrat in Neuss mich auf meinen Beruf als Lehrer hinwies, und ich für mich meine Begabungen erkennen und einüben konnte. Ich begann zu werden, was ich war: einfühlsam denkend und reagierend auf Personen und Sachen. Kunst und Religion wurden meine Lieblingsfächer. Darin bestätigt, wurde ich Fachleiter für Kunst und Religion am Lehrerbildungsseminar in Neuss, Düsseldorf und Mönchengladbach.


Lehrer, Künstler und Seelsorger In der Freizeit schuf ich Bildnisse aus Gefundenem und Weggeworfenem und stellte sie aus mit dem Titel "Strandgut". In der Batiktechnik entdeckte ich die Grenzlinie, die im fließenden Wachs entsteht und sichtbar wird, wenn Wachsflächen einander berühren. Es war für mich die Entdeckung der gefundenen, nicht der gesetzten Linie. Diese Linie wurde Symbol meines Lebensweges. Ein weiteres Ereignis war für mich bedeutsam. In der Pfarrei St. Elisabeth in Neuss-Reuschenberg bereitete ich mit Herrn Pastor Bowmanns Familiengottesdienste vor.
Zwanzig Jahre lang haben wir gemeinsam versucht, das Sonntagsevangelium für Kinder zu entdecken und zu interpretieren. Dabei haben wir gelernt, mit dem Wort Gottes zu leben, es in unsere Sprache zu bringen und es zu verkünden. Diese Tätigkeit ließ mich erneut fragen, ob ich nicht doch in der spiritanischen Gemeinschaft meine Berufung als Ordensmann leben sollte.

Ich rief den damaligen Povinzial, Pater Albert Claus an, und bekam als Antwort: "In der Lesung vom Tage heißt es: Ich Kam an dir vorüber und sah dich und siehe, die Zeit der Liebe war für dich gekommen. Ich breite meinen Mantel Über dich und verhülle deine Blöße. Ich leiste dir einen Eid und gehe einen Bund mit dir ein."

Und so kam es, daß ich 1983 meine Ewige Profeß machte, 1989 zum Diakon geweiht wurde, 1988 bis 1990 an der philosophisch-theologischen Hochschule in St. Augustin studierte. Meine Examensarbeit war: " Bewegungsraum und -spur geistiger Entfaltung von Werterleben und Wertverinnerlichung". Am 21. April 1991 war meine Priesterweihe. Von 1990 an war ich Mitarbeiter an der Notschlafstelle für Drogenabhängige in Köln. 1991 wurde ich Seelsorger für Drogenabhängige. "Der Künstler ist ein Mensch, der aus einem Problem ein Rätsel macht". Das Rätsel scheint sich zu lösen.

Wilhelm Pfeil
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Anschrift

Missionshaus
der Spiritaner
P. Wilhelm Pfeil
Knechtsteden
41540 Dormagen

Tel.: 02133/869-0



 
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