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NOTEL
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Guidos Chance
Guido kam vor 3 Jahren zu uns mit der Bitte, Sozialstunden abarbeiten zu dürfen. Er hatte die Möglichkeit vom Gericht bekommen, eine Geldstrafe nicht im Gefängnis abzubüßen, sondern sie in einer sozialen Einrichtung abzuarbeiten.Guido ist heute 33 Jahre alt, begann mit 17 Jahren die ersten Drogen zu nehmen und wurde schwerst abhängig. Als er zu uns kam wurde er seit 6 Monaten mit der Ersatzdroge Methadon behandelt. Wir hatten immer mal wieder "Sozialstündler", mit denen es meistens Probleme gab wegen ihrer Unzuverlässigkeit. Nicht so Guido. Er erschien jeden Morgen pünktlich und nüchtern, erledigte alle Arbeiten sehr gewissenhaft. Er putzte die letzten Winkel und die Fenster, bediente die Waschmaschine, schälte Kartoffeln. Da er handwerklich begabt ist, strich er alle Zimmer und erledigte kleine Reparaturen. Nach 1200 Sozialstunden wollten wir ihn nicht mehr missen. Auch wurden wir für ihn fast zum Familienersatz. Durch die Arbeit hatte sein Tag plötzlich eine Struktur und er wusste, wofür er morgens aufstand. Er stabilisierte sich immer mehr und entfernte sich auch innerlich von der Drogenszene. Nach Verhandlungen mit der Stadt Köln waren wir in der Lage, ihm eine Arbeitsstelle für ein Jahr geben zu können. So hatte Guido zum ersten Mal in seinem Leben einen Arbeitsvertrag, finanziert von der Stadt. Von uns bekam er jetzt einen Schlüssel vom Notel, auch schickten wir ihn ab und zu mit der Haushaltskasse einkaufen. Auch hier zeigt er sich im höchsten Maß zuverlässig. Es war möglich, den Vertrag um 6 Monate zu verlängern, wenn die Spiritaner einen Lohnkostenanteil übernähmen. Da inzwischen unsere Putzhilfe in Rente gegangen war, konnten wir die so frei werdenden Mittel in Guidos Stelle investieren. Im Sommer mussten wir nun entscheiden, ob wir Guido eine unbefristete halbe Stelle geben können, die wir 100 Prozent finanzieren. Guido hat nach vielen Überlegungen und Gesprächen diesen Arbeitsvertrag bekommen, weil er zum einen eine gute Arbeitskraft ist und zum anderen, weil er sonst wieder erfahren hätte, dass er es nicht schafft, seine Situation zu ändern. Er hat sich mit Methadon gesundheitlich stabilisiert und hat sich eine Existenz aufgebaut. Er liegt mit seinem Einkommen auf dem Sozialhilfesatz. Er geht aus Überzeugung arbeiten, weil es ihm gut tut. Wir sehen uns in der Verantwortung, sein Bemühen zu unterstützen. Nun gibt es eine Arbeitskraft mehr im Notel und diese Personalkosten sind ein Posten mehr, den wir finanzieren müssen und für den wir Spenden benötigen. |
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Anschrift NOTEL Victoriastraße 12 50668 Köln Fon: 0221/121311 Leitung: Fr. Bärbel Ackerschott Konten Dresdner Bank AG, Köln Kto-Nr. 9824613 BLZ 370 800 40 Stadtsparkasse Köln Kto-Nr. 7472962 BLZ 370 501 98 Postbank Köln Kto-Nr. 361 02-508 BLZ 370 100 50
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