"Allen, Freundinnen und Freunden, ein gnadenreiches Weihnachtsfest und Gottes Segen für 2010!" - Weihnachtsgruß von Pater Fritz Siegers / Spiritanerprojekt in Cruzeiro do Sul - Amazonas

In den drei Evangelien Matthäus, Markus und Lukas lesen wir, wie Jesus ein großes Versprechen seinen Jüngern gibt, als sie ihn fragen:"Was werden wir bekommen, wir, die wir alles verlassen haben und dir gefolgt sind." Jesus antwortet: "Jeder, der um des Reiches Gottes willen Haus oder Frau, Brüder, Schwestern, Eltern oder Kinder verlassen hat, wird dafür schon in dieser Zeit das Vielfache erhalten und in der kommenden Welt das ewige Leben."


Fritz Siegers
 In dieser Baracke fing vor 16 Jahren alles an.
Als ich mit 13 Jahren ganz spontan den Wunsch äußerte, Priester und Missionar zu werden, ist mir natürlich nicht aufgegangen, was dieses Wort Jesu in seiner Tiefe bedeutet. Heute in meinem 50-sten Priesterjahr muss ich sagen: Ja, Jesus hat Recht. Als ich meine Familie verließ, was es für meine Eltern und meine 4 Schwestern ein großes Opfer, den "Stammhalter" weggehen zu sehen zunächst in die Ausbildung zu den Spiritanern in Knechtsteden und dann mit 27 Jahren als Missionar in das weite Land Brasilien in den Urwald am Amazonas. Als junger Missionar musste ich bald erfahren,dass Missionsromantik, die sicherlich auch in mir steckte, nur ein jugendlicher Traum war. Die harte Wirklichkeit: die Hitze des Tropenwaldes, fremde Sprache, fremde Menschen mit anderen Sitten, weit ab von normalen Lebensbedingungen wie elektrisches Licht, Arzt, Krankenhaus, ohne Straßen, 5000 km entfernt von der Atlantiküste, von der Welt vergessen im tiefen Dschungel des Amazonas, das alles war meine neue Heimat.

Fritz Siegers
 Die Einweihung der neuen Kindertagesstätte.
Und wenn ich nicht in kurzer Zeit begriffen hätte, dass diese Menschen arm, ausgebeutet von den Kautschukbaronen, mit karger Ernährung, die meisten ohne Schule, hilflos den Tropenkrankheiten ausgeliefert nun meine Familie sind, hätte ich keine 38 Jahre dort ausgehalten. Die Regionalmolesten wie Malaria, Amoebenruhr, Mangelkrankheiten, Hunger waren ein schweres Kreuz, das ich tragen musste, haben mir aber geholfen, mich mit den Menchen zu identifizieren und ihnen ein echter Bruder und Vater zu sein. Von allen meinen Bemühungen um das Gesamtwohl meiner "Geschwister und Kinder", setze ich mich bis heute noch ein für die Kinder auf der Straße, damit sie keine Straßenkinder werden. Seit nun 16 Jahren funktioniert das Kinderwerk "Haus des glücklichen Kindes" in der Stadt Cruzeiro do Sul und die Mutter-Kind-Betreuung in den übrigen kleineren Städten in unserer Urwalddiözese.

Fritz Siegers
 Der neue Speisesaal.
Wie das im Einzelnen geschah, habe ich schon oft in meinen Weihnachtsbriefen beschrieben. Diese könnt ihr auch hier unter Archiv/Berichte auf der Seite 2006 - 25.01.2006 und 13.10.2006 und auf der Seite 2008 - 11.06.2008, nachlesen.
Im vergangenen Jahr war der Titel des Weihnachtsbriefes "Futterstätten mausern sich zu Kindergärten". In diesem Jahr hat sich die Kita der Dona Helena gemausert, wie Ihr auf den Fotos sehen könnt. Jetzt muss noch eine "Futterstätte" modernisiert werden. Vielleicht gelingt uns das im Jahre 2010. Danach, so hoffe ich, wird die Stadt Cruzeiro do Sul die Finanzierung übernehmen, während die Pfarre weiterhin als Träger bleibt.

Warum ich nicht bei meiner "Familie" geblieben bin? Junge brasilianische Priester waren zur Stelle, auch ein neuer brasilianischer Bischof, dann muss der Missionar loslassen und aufbrechen zu neuen Ufern. So bin ich zurückgekommen in das Missionsland Deutschland. An Stelle einer eigenen Familie habe ich ein "Vielfaches",wie Jesus sagt, bekommen.
Heute bin ich nicht mehr der Vater einer großen Familie, sondern der Grossvater.
Ob ich nun auch das ewige Leben bekomme in der kommenden Welt, muss ich abwarten.
Im Namen der Kinder sage ich Euch Dankeschön und wünsche Euch Gottes Segen.
Euer P. Fritz Siegers

Helfen auch Sie! Nähere Informationen erteilt Ihnen Pater Siegers: Kontaktmöglichkeiten:
Missionshaus der Spiritaner
P. Fritz Siegers, CSSp
Broicher Str. 103
52146 Würselen
Fon: 02405 / 455854
Fax: 02405 / 455855
email: f.siegers@onelinehome.de

Spendenkonto:
Missionsprokur der Spiritaner
Deutsche Bank 24
BLZ 370 700 24
Kto 122 72 71

Verwendungszweck: P. Fritz Siegers

 Pater Fritz Siegers und "seine" Kinder in dem neuen Kindergarten, der von Spenden aus Deutschland
 finanziert wurde. Herzlichen Dank!
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