Prämonstratenser in Knechtsteden

Im Jahre 1130 veranlasste der Kölner Erzbischof Friedrich I. den Domdekan Graf Hugo von Sponheim, Knechtsteden den Prämonstratensern zu stiften.

Ihr Gründer, Norbert von Xanten, hatte gerade seine große Reformbewegung begonnen. Bis 1150 zählten die "Weißen Mönche" fast hundert Niederlassungen.

Als Sohn des Grafen von Genep hatte Norbert einen religiösen Wandlungsprozess erlebt. Seine erste Gründung hielt er als im Traum "vorhergezeigt" (lat.: praemonstratum). Daher wurde diese Klostergründung bei Laon Prémontré genannt.

Norbert wurde später Erzbischof von Magdeburg und Reichskanzler. Die Kirche hat ihn zum Heiligen ernannt.

Bereits neun Jahre nach der Gründung von Prémontré begannen die Reformer in Knechtsteden mit dem Bau des Stiftes, welches sie neben dem dortigen Frohnhof - auch Knechtstätte bzw. im Volksmund "Kniestede" genannt - errichteten.

Das Material für die Kirche wurde aus den vulkanischen Gebirgen der Eifel und des Siebengebirges herangeschafft, entweder von Zons und Dormagen her oder auch mit flachen Kähnen von Worringen kommend über einen mächtigen Rheinarm, der im versanden begriffen war und auf dessen Aufschüttungen das Kloster errichtet wurde.

Schon früh sind Wallfahrten nach Knechtsteden bezeugt. Es gab ein Hospiz für Pilger, Reisende und Arme.

40 Äbte haben Knechtsteden durch sieben Jahrhunderte geführt. In dieser Zeit wurde das Kloster auch durch die Pest und diverse kriegerische Auseinandersetzungen, wie der Schlacht von Worringen (1288) oder der Neusser Fehde (1474) sehr in Mitleidenschaft gezogen.



Um die Wende zum 18. Jahrhundert jedoch war Knechtsteden als Stift reich an Gütern und Menschen und voller Leben. Das barocke Torhaus wurde in dieser Blütezeit erbaut (1723).

Der Untergang der Abtei kam plötzlich. Als sich die Heere der französischen Revolution im Krieg gegen Österreich und Preußen dem Rhein näherten, wurden sie von der rheinischen Bevölkerung nicht unfreundlich begrüßt, der Knechtstedener Konvent jedoch floh. Noch bevor die Franzosen da waren, plünderten Bewohner der umliegenden Orte das Kloster.

Im April 1801 wurde der Rhein Frankreichs östliche Grenze. Am 7. September 1802 verfügte Napoleon die Aufhebung der Klöster und Stifte.

Dieser Säkularisation, d.i. die Verweltlichung kirchlichen Eigentums, fiel auch das Kloster Knechtsteden zum Opfer. "Der letzte Mönch von Knechtsteden", Winand Kayser, war als Prokurator bemüht, Knechtsteden zunächst durch Pacht und dann auch Kauf vor dem Untergang zu bewahren.

Nach seinem Tod (1842) erlebt der ehemalige Stift eine Odyssee durch wechselnde Besitzerhände, bis schließlich die Kölner Armenverwaltung den gesamten Komplex erwarb.
Diese plante, im alten Kloster eine Heilstätte für Nervenkranke einzurichten. Bevor die Pläne umgesetzt werden konnten vernichtete am 7. Juni 1869 ein verheerender Brand die gesamte Anlage. Bis heute ist die Brandursache ungeklärt. Wahrscheinlich ist er auf Unachtsamkeit eines landwirtschaftlichen Arbeiters zurückzuführen. Unterstützt von je einem Bau- und Reparaturverein in Köln und Neuss und mit Regierungsgeldern konnte der Kölner Architekt Wiethase die Kirche wieder einigermaßen herrichten.

Die Kölner Stadtverwaltung suchte nun nach einem Käufer für die Ruine Knechtsteden...


 




 
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