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Basilika Knechtsteden
Südportal der Basilika
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Das Südportal ist viermal abgetreppt der Wand vorgesetzt. Vor 1861 wurde das Portal von zwei Pfeilern flankiert und durch ein spitz zulaufendes Dach überhöht. Nach dem Brand der Kirche im Jahr 1869 schützte ein vorspringendes Dach das Portal. Als dieser Zustand verändert wurde, kamen dahinter ein Rundbogenfries der Außenmauer und ein vermauertes Fenster zum Vorschein. Dieses Portal scheint also nicht zum ursprünglichen Konzept der Kirche gehört zu haben oder aber hat Ausmaße angenommen, die so nicht geplant waren. Es zeigt in den Gewänden zwei Paare von aus schwarzem Basalt hergestellten Säulen, die in den Bögen als Rundstäbe fortgeführt werden. Basen, Kapitäle und Kämpfer sind gemeinsam um die ganzen Gewände verkröpft. Um den inneren Bogen läuft ein ornamentierter Akanthusblattfries von vorzüglicher Qualität. Das zur Bemalung bestimmte Tympanon zeigte früher Spuren einer aus dem 17. Jahrhundert stammenden Bemalung: das Lamm Gottes auf dem Buch mit den sieben Siegeln. Heute befindet sich hier ein Relief, das Bezug nimmt auf den Status der Kirche als Basilika - aber das theologische Konzept des Portals ignoriert und stört. Archäologische Untersuchungen der 70-er Jahre ergaben den Nachweis einer früheren 11 Meter langen gewölbten Vorhalle zu beiden Seiten des Südportals. Die Ausmaße sind im Bodenpflaster dokumentiert. Das bewusst schlichte Portal der ehemaligen Abteikirche der Prämonstratenser aus dem 12. Jahrhundert, ein Orden der Abgeschiedenheit und Seelsorge miteinander vereinte, markiert den Übergang von der Welt in das Abbild des himmlischen Jerusalems. Der in der Kirche real präsente Gott, in dem das Wahre, das Gute und das Schöne zusammentreffen, lädt durch das harmonisch gestaltete Portal auf der sonst schmucklosen Wand zu sich ein. Der Akanthusfries verweist durch den Akanthus oder Bärenklau, eine distelähnliche Pflanze wärmerer Länder mit buchtig gezähnten Blättern und Stacheln, symbolisch auf die dornigen Wege, die der Vollendung entgegenstehen und überwunden werden müssen. Das Tympanongemälde deutete Jesus als Lamm Gottes, das uns die Erlösung gebracht hat und Weltenrichter sein wird. Was heute noch verborgen ist, wird das Jenseits entschlüsseln. Die mehrfach zerstörte und renovierte Klosterkirche stellt heute eine der stilreinsten romanischen Gewölbebasiliken der Stauferzeit dar. Ihrer hervorragenden Bedeutung wegen hat ihr Papst Paul VI. 1974 den Ehrentitel einer "basilica minor" verliehen. Manfred Becker-Huberti |
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