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Gerechtigkeit und Frieden
Die Vereinten Nationen haben 2003 zum Jahr des Wassers erklärt. Sie will damit verdeutlichen, wie kostbar klares, frisches Wasser ist. Denn die Versorgung mit sauberem Wasser ist eines der Hauptprobleme der Zukunft. 1,2 Milliarden Menschen weltweit haben derzeit schon keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Jeder zweite Mensch in den Entwicklungsländern leidet an wasserbedingten Krankheiten. Pro Jahr sterben in Entwicklungsländern etwa 5 Millionen Menschen an Krankheiten, die mit der Verunreinigung von Trink- wasser im Zusammenhang stehen. Weltweit werden nur etwa 5 % allen Abwassers einem Reinigungsprozess unter- zogen. Etwa 70 % allen Süßwassers wird für die Erzeugung von Lebensmitteln (Bewässerung) verwendet. Insgesamt tragen Ausmaß und Bedeutung des gegenwärtigen Süßwasserproblems den Keim einer globalen sozialen und ökologischen Krise in sich. Ein UN-Bericht vom Juni 2002 warnt jedoch in ungewöhnlich deutlicher Form davor, Wasser in erster Linie als Wirtschaftsgut zu betrachten und es allein den auf Gewinnerzielung ausgerichteten Marktinteressen zu unterwerfen. Statt dessen müssten die Versorgung mit Trinkwasser und die Abwassersanierung als unveräußerliche Menschenrechte verstanden werden. Staaten sollten alles in ihrer Kraft stehende tun, damit speziell ihre ärmsten Bevölkerungsschichten an diesen Rechten praktisch teilhaben können. Die alte und grundsätzliche Frage, wem Wasser gehört, wer in Zukunft darüber verfügen soll, stellt sich neu und drängend. Welche Auswirkungen die Privatisierung der Wasserversorgung in der Praxis haben kann, können drei Beispiele verdeutlichen: Argentinien - Buenos Aires Der Wasserpreis ist um 20% gestiegen ohne Verbesserung des Angebots. Trotz vertraglicher Verpflichtungen wurden keine Wasserreinigungsanlagen gebaut. Der Staat trägt im Endeffekt die Kosten, die sich aus den Schäden ergeben. Ghana / Westafrika Die Investoren interessieren sich nur für die rentablen Städte. In den ländlichen Gebieten konnte nicht privatisiert werden. Der Staat hat somit keine Möglichkeit mehr, die Versorgung auf dem Land mit den Einnahmen in der Stadt zu subventionieren. Was hier bleibt sind Gewinne für die Großunternehmen und Defizite für den Staat. Ereignisse in Bolivien im Jahre 2000. Unter dem Druck der Weltbank hatte die Bolivianische Regierung ihr öffentliches Stadtwassersystem an ein US-Wasserunternehmen verkauft. Dies war Teil des Weltbank-Programms, die Bolivianische Wirtschaft zu "modernisieren" - in anderen Worten, sie den westlich gegründeten Unternehmen gegenüber zu öffnen. Schon Wochen nachdem die Unternehmensflagge gehisst wurde, auf dem was bislang ein öffentlicher Versorgungsbetrieb war, stiegen die Wasserpreise massiv an. Viele der ländlichen Familien von Cochabamba mussten bis zu einem Drittel ihres Einkommens für ihr Wasser bezahlen - mehr als sie für Nahrungsmittel ausgeben. Die Belastungen waren lähmend, und es gab keine Alternative. Beschwerden hatten keine Wirkung bei dem Wasserunternehmen, Im April nahmen zuerst Hunderte, dann Tausende an den Demonstrationen gegen die Privatisierung teil. Vier Tage Streik brachten die Stadt zum Stillstand. Die Regierung gab nach und versprach, den Wasserpreis zu senken. Dann änderte sie ihre Meinung. Der Protest begann wieder und wurde dieses Mal größer. Cochabamba landete im Chaos. Noch immer weigerten sich die Regierung und das Unternehmen, nachzugeben. Der Profit eines fremden Unternehmens hatte Vorrang vor den täglichen Bedürfnissen der Bolivianischen Bevölkerung. Aber diese Menschen gaben nicht auf. Schließlich, nachdem das Militär einem 17jährigen protestierenden Jungen ins Gesicht geschossen hatte, realisierte sogar die Regierung, dass das Spiel vorüber war. Zwei Tage später unterzeichneten sie ein Übereinkommen, das die Stadtwasserversorgung wieder der öffentlichen Kontrolle übergab. Weitere umfangreiche Infos zum Thema als PDF-Datei(156 KB) zum Download. Inhalte:
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Infos zum Thema: mit Dokumenten
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