Gerechtigkeit und Frieden
Wasser ist Leben

Die Vereinten Nationen haben 2003 zum Jahr des Wassers erklärt. Sie will damit verdeutlichen, wie kostbar klares, frisches Wasser ist. Denn die Versorgung mit sauberem Wasser ist eines der Hauptprobleme der Zukunft. 1,2 Milliarden Menschen weltweit haben derzeit schon keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Vom 16. bis 23. März 2003 findet das dritte Weltwasser-Forum in Kyoto statt.
Beteiligen Sie sich an der Briefaktion, mit der gefordert wird,
  • dass die deutschen Delegationsmitglieder sich in Kyoto dafür einsetzen, dass der Zugang zu Wasser als ein Recht für alle gewährleistet bleibt;
  • dass die Europäische Kommission sich im Rahmen der laufenden GATS Verhandlungen für eine eindeutige Aussage engagiert, die sicherstellt, dass die Dienstleistungen für Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung aus dem GATS ausgeschlossen bleiben.


  • Briefvorschlag und Adressen als
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  • Die Bereitstellung von Wasser in ausreichender Menge und Qualität stellt vielleicht die größte Herausforderung an das 21. Jahrhundert dar.
    Jeder zweite Mensch in den Entwicklungsländern leidet an wasserbedingten Krankheiten. Pro Jahr sterben in Entwicklungsländern etwa 5 Millionen Menschen an Krankheiten, die mit der Verunreinigung von Trink- wasser im Zusammenhang stehen.
    Weltweit werden nur etwa 5 % allen Abwassers einem Reinigungsprozess unter- zogen. Etwa 70 % allen Süßwassers wird für die Erzeugung von Lebensmitteln (Bewässerung) verwendet.
    Insgesamt tragen Ausmaß und Bedeutung des gegenwärtigen Süßwasserproblems den Keim einer globalen sozialen und ökologischen Krise in sich.

    Klick! zu Infos zum gelungenen Brunnenprojekt Dank einer Spende konnten die Spiritaner in Mosambik eine Pumpe für sauberes Trinkwasser installieren.
    Derzeit gibt es weltweit Bestrebungen die Wasser- versorgung zu Privatisieren und Wasser als Handelsware bzw. Wirtschaftsgut zu verstehen.
    Ein UN-Bericht vom Juni 2002 warnt jedoch in ungewöhnlich deutlicher Form davor, Wasser in erster Linie als Wirtschaftsgut zu betrachten und es allein den auf Gewinnerzielung ausgerichteten Marktinteressen zu unterwerfen. Statt dessen müssten die Versorgung mit Trinkwasser und die Abwassersanierung als unveräußerliche Menschenrechte verstanden werden. Staaten sollten alles in ihrer Kraft stehende tun, damit speziell ihre ärmsten Bevölkerungsschichten an diesen Rechten praktisch teilhaben können.
    Die alte und grundsätzliche Frage, wem Wasser gehört, wer in Zukunft darüber verfügen soll, stellt sich neu und drängend.

    Welche Auswirkungen die Privatisierung der Wasserversorgung in der Praxis haben kann, können drei Beispiele verdeutlichen:

    Argentinien - Buenos Aires
    Der Wasserpreis ist um 20% gestiegen ohne Verbesserung des Angebots. Trotz vertraglicher Verpflichtungen wurden keine Wasserreinigungsanlagen gebaut. Der Staat trägt im Endeffekt die Kosten, die sich aus den Schäden ergeben.

    Ghana / Westafrika
    Die Investoren interessieren sich nur für die rentablen Städte. In den ländlichen Gebieten konnte nicht privatisiert werden. Der Staat hat somit keine Möglichkeit mehr, die Versorgung auf dem Land mit den Einnahmen in der Stadt zu subventionieren. Was hier bleibt sind Gewinne für die Großunternehmen und Defizite für den Staat.

    Ereignisse in Bolivien im Jahre 2000.
    Unter dem Druck der Weltbank hatte die Bolivianische Regierung ihr öffentliches Stadtwassersystem an ein US-Wasserunternehmen verkauft. Dies war Teil des Weltbank-Programms, die Bolivianische Wirtschaft zu "modernisieren" - in anderen Worten, sie den westlich gegründeten Unternehmen gegenüber zu öffnen. Schon Wochen nachdem die Unternehmensflagge gehisst wurde, auf dem was bislang ein öffentlicher Versorgungsbetrieb war, stiegen die Wasserpreise massiv an. Viele der ländlichen Familien von Cochabamba mussten bis zu einem Drittel ihres Einkommens für ihr Wasser bezahlen - mehr als sie für Nahrungsmittel ausgeben. Die Belastungen waren lähmend, und es gab keine Alternative. Beschwerden hatten keine Wirkung bei dem Wasserunternehmen, Im April nahmen zuerst Hunderte, dann Tausende an den Demonstrationen gegen die Privatisierung teil. Vier Tage Streik brachten die Stadt zum Stillstand. Die Regierung gab nach und versprach, den Wasserpreis zu senken. Dann änderte sie ihre Meinung. Der Protest begann wieder und wurde dieses Mal größer. Cochabamba landete im Chaos. Noch immer weigerten sich die Regierung und das Unternehmen, nachzugeben. Der Profit eines fremden Unternehmens hatte Vorrang vor den täglichen Bedürfnissen der Bolivianischen Bevölkerung. Aber diese Menschen gaben nicht auf. Schließlich, nachdem das Militär einem 17jährigen protestierenden Jungen ins Gesicht geschossen hatte, realisierte sogar die Regierung, dass das Spiel vorüber war. Zwei Tage später unterzeichneten sie ein Übereinkommen, das die Stadtwasserversorgung wieder der öffentlichen Kontrolle übergab.

    Weitere umfangreiche Infos zum Thema als PDF-Datei(156 KB) zum Download.

    Inhalte:
    • Wasser ist ein knappes Gut
    • Wasser - Menschenrecht oder Bedürfnis?
    • Welche Rolle spielt das bei der Wasserversorgung GATS? Was ist GATS?
    • Weltbank, Internationaler Währungsfonds (IWF) und die Wasserversorgung
    • Öffentlich-Private Partnerschaft als "Kompromissmodell" für eine gerechte Wasserversorgung?
    • Studienergebnisse zur weltweiten Wasserprivatisierung
    • die zehn größten internalionalen Wasserversorger
    • Organisation der Wasserversorgung in Deutschland
    • Wasserpolitik der Deutschen Regierung
    • Wasser in der Religion und kirchliche Aussagen
    [ Download "wasser.pdf" ]
    GuF-Startseite

    Infos zum Thema:
    als PDF-Datei (156 KB)
    www.wateryear2003.org/ (englisch)
    UNO Wasser-Seite
    mit Dokumenten UNESCO-Wasser-Seite (englisch)


    Ein Wohlstandsbürger verbraucht durchschnittlich 630 Liter Wasser pro Tag.

    In den armen Ländern der Erde liegt der Tagesverbrauch bei 2 bis 3 Liter pro Person, was dem Mindesbedarf entspricht.


     
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