Gerechtigkeit und Frieden
Kampagne für Saubere Kleidung

Einige Beispiele für die Ausbeutung von Näherinnen in der "Dritten Welt":

Ich heiße Maria E Mara. Ich bekam letztes Jahr mein Kind. Trotz der einsetzenden Wehen wurde mir in der Arbeit verboten, zum Arzt zu gehen. Ich bekam mein Kind auf der Betriebstoilette.
Ich heiße Jennifer. Ich arbeite in einer Fabrik in Guatemala. In der Fabrik ist es heiß wie im Ofen. Die Toilette ist abgeschlossen, und man braucht eine Erlaubnis, um sie zu benutzen, und das geht auch nur zweimal am Tag. Wahrend der Arbeit dürfen wir uns nicht unterhalten; wenn wir es tun, werden wir bestraft. Sogar die schwangeren Frauen werden misshandelt. Sie schicken sie in die Bügelabteilung, wo sie in der fürchterlichen Hitze zwölf bis dreizehn Stunden im Stehen bügeln müssen. Damit zwingen sie sie dazu, zu kündigen, weil durch diese Arbeit die Füße anschwellen. Wenn die Frauen es nicht mehr aushalten können, müssen sie aufhören. Auf diese Weise braucht die Firma keinen Mutterschutz mehr zu zahlen.

Ich heiße Maria und komme aus Honduras. Die meisten Mädchen in der Firma haben Angst. Wir haben uns zusammengeschlossen, um für unsere Rechte einzutreten. Die Firma beschäftigt Spitzel, die über unsere Versammlungen berichten. Seit letztem November, als eine Gruppe von 40 anfing, sich zu treffen, hat die Firma bis auf fünf alle von uns rausgeschmissen.
Ich heiße Julia Lopez. Die Arbeit in der Fabrik sieht so aus. Wir beginnen um 7 Uhr. 10-12 Stunden täglich sitzen wir auf Holzbänken ohne Lehnen, zu Hunderten in Zweierreihen, an den Nähmaschinen. Wir dürfen nicht aufstehen. Jede macht nur einen Handgriff. Ich nähe tagtäglich Hemdkragen an Rückenteile an - 60 Stück pro Stunde, 700 am Tag. Die Frau neben mir näht täglich Knopflöcher. Wir arbeiten im Akkord, der Werkmeister überwacht uns, wehe, wir sind zu langsam. Wir dürfen nicht reden und nichts essen. Zur Toilette dürfen wir nur mit Erlaubnis, und die gibt es nur 2x am Tag. Wer sich nicht daran halt, wird bestraft, oft mit Prügeln.
Ich erzähle von meiner Freundin. Sie hieß Julia Esperanza Quintanilla. Sie starb im März 1995 an einer nicht behandelten Blinddarmentzündung. Sie arbeitete in einer Bekleidungsfabrik in San Salvador, wo man ihr trotz starker Schmerzen verbot, während der Arbeitszeit einen Arzt aufzusuchen.
Ich heiße Roswitha. Wir haben alle einen Schreck bekommen gestern in der Fabrik. Die Frau, die neben mir arbeitet, hat sich gestern kurz mit einer anderen Arbeiterin unterhalten. Der Aufseher bekam das mit und begann zu toben. Er sagte, da muss er wohl für Disziplin sorgen, und stellte die Arbeiterin einen ganzen Tag zur Strafe in die Kühlkammer. Lohn bekam sie für diesen Tag sowieso nicht. Jetzt haben wir alle noch mehr Angst, und keine sagt auch nur einen Mucks.
Weitere Informationen sind erhältlich über das Team von "MissionarIn auf Zeit", welche sich mit diesem Thema intensiv auseinandersetzen.


 
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